Struktur des Ortsverbandes
Jeder der 669 Ortsverbände (OV) des Technischen Hilfswerk verfügt über standardisierte Einheiten, die in einem “Technischen Zug” organisiert sind. Geleitet wird ein OV von der oder dem Ortsbeauftragten, für die Verwaltung und Organisation sorgt der OV-Stab. Weiterhin gehören Fachberater, eine Grundausbildungsgruppe und eine THW-Jugend zum Ortsverband. Imgesamt engagieren sich rund 88.000 Personen ehrenamtlich im THW.
Für viele grundlegende Einsätze wie Personenrettung, das Schaffen von Zugängen oder das Beseitigen von Hindernissen ist jeder Ortsverband vielfältig ausgestattet. Wenn diese Ausrüstung an ihre Grenzen kommt, können die spezialisierten Fachgruppen übernehmen. Diese sind überregional aufgestellt, können modular kombiniert werden und decken eine Vielzahl an besonderen Anforderungen ab.
OV-Stab
Jede Mannschaft braucht eine Führung. Die Mitglieder des Stabs unterstützen den Ortsbeauftragten und sind Spezialisten in ganz verschiedenen Teilbereichen. Das beginnt bei der Verwaltung der Ausstattung, geht über die Betreuung der Jugendgruppe und endet bei der Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam mit dem Leiter des OV-Stabs, dem stellvertretenden Ortsbeauftragten, bilden diese Personen die Führung des Ortsverbandes. Sie entscheiden in allen Fragen gemeinsam und arbeiten eng zusammen.
Technischer Zug
Zugtrupp
Der Zugtrupp steht an der Spitze eines jeden Technischen Zuges und führt die eingesetzten Einheiten.
Während des Einsatzes das Bindeglied zwischen den THW-Kräften und anderen Behörden, Anforderern und Organisationen. Im Einsatzfall richtet er eine Befehlsstelle ein und führt den Technischen Zug sowie weitere, ihm unterstellte Einheiten. Er hält Verbindung zur übergeordneten Einsatzleitung oder zur THW-Führungsstelle sowie zu benachbarten Einheiten.
Bergungsgruppe
Die Bergungsgruppe ist die vielseitigste Teileinheit im THW und in jedem Ortsverband vorhanden. Sie retten Menschen, Tiere und Sachwerte aus Gefahrenlagen, leistet Sicherungsarbeiten, unterstützt die Fachgruppen technisch sowie personell und räumt Wege und Straßen im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
Mit dem Fahrzeug der Bergungsgruppe, dem GKW, verfügt die Bergungsgruppe über ein vielfältiges Einsatzmittel und hat alle notwendigen Werkzeuge und Maschinen immer zur Hand. Die verbaute Seilwinde leistet besonders beim Räumen und im Gelände gute Dienste.
Das vorhandene Einsatz-Gerüst-System (EGS) ist ein vielseitiges Hilfsmittel für Bergungs-, Rettungs- und Sicherungsaufgaben. Es wird auf einer Wechselbrücke verlastet gelagert und kann so schnell eingesetzt werden.
Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung
Im Zuge der Neukonzeption des Technischen Hilfswerks bekam das THW Melsungen eine neue Fachgruppe mit dem Schwerpunkt Notversorgung und Notinstandsetzung. Sie stellt mit ihren Fähigkeiten sicher, dass die eigenen Einheiten autark einsetzbar sind und stärkt das THW im Schutz von kritischen Infrastrukturen.
Die universelle Fachgruppe hat viele Einsatzoptionen, dazu gehören Beleuchtung, Unterbringung und Versorgung der eigenen Kräfte, Pumparbeiten, Kraftstoffversorgung und Logistikaufgaben. Außerdem kann sie nach dem Baukastenprinzip andere Gruppen personell und materiell unterstützen. Um die Stromversorgung sicherzustellen, steht eine Stromerzeugungsanlage (SEA) mit 40 kVA zur Verfügung.
Die Ausstattung besteht aus vielfältigen Gerätschaften, unter anderem fünf Kleinpumpen, Flächen- und Flitlichtleuchten, zwei Stromerzeugern mit 13 kVA, Zelten mit Trockentoiletten und Behältnissen für Kraftstoffe.
Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen
Die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen im THW bekämpft und dämmt Überschwemmungen und Hochwasser ein. Sie kommt ebenfalls bei der Beseitigung von Schmutzwasser in Schadensgebieten und dem Auspumpen von Gebäuden zum Einsatz. Das Umwälzen und Belüften von stehenden Gewässern und die Löschwasserversorgung bei Groß- und Vegetationsbränden gehört ebenso zu den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.
Um die Aufgaben zu erfüllen, steht der Fachgruppe eine Schmutzwasserpumpe mit einer Förderleistung von 5000l pro Minute zur Verfügung, die von mehreren Kleinpumpen ergänzt wird. Die Ausrüstung und das Zubehör der Pumpe ist auf einem LKW mit Ladebordwand sowie dem MLW IV verlastet. Zusätzlich kommt eine selbstbeschaffte Lafette samt Wechselbrücke zum Einsatz.